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Videokonferenzen – ein gutes Format für Schreibseminare?

Über Zoom-Meetings wird gerne und viel geschimpft, für Schreibseminare ist das Format aber aus verschiedenen Gründen sehr gut geeignet. Dies gilt für Creative Writing Kurse ebenso wie für Schreibwerkstätten.

Grafik: Alexandra Koch


Die Vorteile in Creative Writing Kursen: Lasse ich die Teilnehmenden überwiegend Übungstexte verfassen, haben sie alle Schreibmittel, die sie brauchen, zur Hand, den Rechner sowieso. Auch Anregungen für Aufgaben finden sich zuhause oder an einem anderen selbstgewählten Ort leichter als in der oft sehr nüchternen Atmosphäre eines Seminarraums.

Für das von mir häufiger angebotene Format der Schreibwerkstatt zeigt sich zunächst ein scheinbarer Nachteil: Bespreche ich Texte, die vorher verschickt wurden, fehlt es den Diskussionen manchmal an der Dynamik und Emotionalität, die entstehen kann, wenn Menschen in einem Raum miteinander streiten. Man vermisst es vielleicht, für die Autoren, die gerade besprochen werden, stellt es allerdings eine Erleichterung dar.
Weil die Gespräche sachlicher und gelassener – übrigens auch langsamer – laufen, entstehen weit weniger konfrontative Situationen, in denen sich Autorinnen oder Autoren gefühlt dem ganzen Raum gegenüber sehen. Schließlich ist es immer nur eine Kachel, die spricht, kein Dutzend andere Autoren, die auf einen einreden. Das macht es, so ist zumindest mein Eindruck, leichter Kritik anzunehmen.

Deswegen werden Video-Meetings für mich, bei aller Sehnsucht nach persönlichen Begegnungen (und emotionalen Diskussionen), auch nach der Pandemie gerne genutztes Seminar-Format bleiben. Sie bieten einen echten Gewinn als Ergänzung eines auf Präsenz setzenden Seminarprogramms.

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