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Storytelling: eines der Probleme der SPD

Die SPD in der Krise

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands steckt in der Krise. Seit einigen Jahren sinken ihre Umfragewerte auf zuletzt katastrophale einstellige Ergebnisse bei den Landtagswahlen in Bayern, Sachsen und Thüringen.
Die Ursachen sind vielfältig und sicher nicht allein am Storytelling der Partei festzumachen. Ein Blick darauf lohnt aber. Als Beispiel schauen wir uns ein erfolgreiches, aktuelles Projekt der Sozialdemokraten an: die Grundrente.

Die Grundrente


Die Grundrente soll Arbeitnehmern, die Jahrzehnte hart gearbeitet haben, aber aufgrund ihrer niedrigen Einkommen im Alter nur eine geringe Rente erhalten, ein Auskommen oberhalb der Sozialhilfe garantieren.
Eigentlich eine gute Idee, die die verbreitete Sorge vor Altersarmut aufgreift und löst.
Super Story!
Denkste.

Eine technokratische Antwort auf ein emotionsbehaftetes Problem


Die Angst vor Armut im Alter, eingebettet in die Angst vieler Menschen, sozial abzurutschen, ist ein höchst emotionales Thema – wie Ängste nun einmal sind.
Die SPD gibt darauf allerdings eine rein technokratische Antwort. In den Debatten um die Grundrente ging es um Beitragsbemessung, Bedürftigkeitsprüfung (für die Betroffenen oft übrigens auch eine emotionale Sache) und Verwaltungsstrukturen: Wer prüft was? Die große Geschichte hinter der Grundrente – Jeder soll im Alter in Würde leben können – bleibt unerzählt, die emotionale Seite der Situation kommt nicht vor. Die Grundrente wird zum Verwaltungsakt.
Dabei hätte gerade für die SPD in diesem Projekt unglaubliches Potenzial gesteckt. Sie hätte die Geschichten der Menschen, die von Altersarmut bedroht oder betroffen sind, in die politische Diskussion tragen können, sie sichtbar werden lassen. Sie hätte eine eigene Story über ihre Bereitschaft erzählen können, Sorgen und Nöte der Menschen zu erkennen, aufzugreifen und zu lösen. Stattdessen hat sie sich im Kleinklein verwaltungstechnischer Diskussionen verstrickt. Eine verschenkte Chance.

Null Storytelling


Aktuell wiederholt die SPD diesen Fehler bei den Überlegungen ein neues Kindergeld einzuführen. Detailreich verliert sich die kommissarische Parteivorsitzende Malu Dreyer über Basisbeiträge, Finanzierung, Teilhabekonten etc. – eine Story sucht man in ihren Ausführungen vergebens. Wieder bleiben die Probleme der Betroffenen unerzählt.

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